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Aktuelle Analyse: Creditreform Wirtschaftsindikator 3/2011
Creditreform Wirtschaftsindikator 3/2011
Analyse des 2. Quartals / Konjunkturausblick
Wachstumsmotor schaltet einen Gang runter, aber keine Anzeichen für einen Absturz
Neuss, 11.08.2011
Die deutsche Wirtschaft ist aus der Krise heraus deutlich kräftiger gewachsen als viele Industrieländer. Nun schwenkt der Wachstumskurs auf ein normales Niveau ein. Das signalisiert der Creditreform Wirtschaftsindikator, der sich saisonbereinigt auf +12,3 Punkte ermäßigt. Dabei sorgen die Schulden-Krise und die schwachen Konjunkturaussichten in Europa und den USA für zunehmende Risiken. Die deutsche Wirtschaft ist aber weiterhin stabil genug, um den derzeit hohen Wachstumspfad in den kommenden Monaten beibehalten
zu können.


Euro-Schulden-Krise birgt zunehmend Risiken für die Konjunktur
Das hohe Wachstumstempo der vergangenen Monate wird die deutsche Wirtschaft nicht aufrechterhalten können. Die Aussichten sind aber dennoch gut, so dass 2011 das beste Jahr seit 20 Jahren werden dürfte. Die optimistischen Geschäftserwartungen der Unternehmen stützen dies, der entsprechende Indikator liegt mit +38,6 Punkten (Vorquartal: +40,7 Punkte) weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Zurückhaltung offenbaren die Unternehmen aber in ihren Investitionsabsichten. Der Anteil der Unternehmen, die ein Investitionsvorhaben
planen, liegt bei knapp 46 Prozent und damit nur im Bereich des langjährigen Mittelwertes. Die Mehrzahl dieser Unternehmen will aber die Kapazitäten erweitern.
Der Aufschwung hat der Finanzlage der meisten Unternehmen gut getan. Sie gehen gestärkt in die sich abzeichnende Konjunkturabschwächung. Nochmals verringert hat sich das Insolvenzrisiko, das mittels des Creditreform Risikoindikators (CRI) gemessen wird. Derzeit kommen auf 10.000 wirtschaftsaktive Unternehmen 221 Firmen, die zumindest ein Negativmerkmal aufweisen, etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag. Besser wird auch das Zahlungsverhalten der Unternehmen beurteilt. In den zurückliegenden
Monaten verringerte sich der durchschnittliche Zahlungsverzug auf 12,62 Tage. Der mittlere Bonitätsindex blieb bei 263 Punkten.

Industrie weiter treibende Kraft des Aufschwung – Handel und Dienstleistungen schwächer
Die Branchenentwicklung wird weiterhin von den Wirtschaftszeigen des Verarbeitenden Gewerbes angeführt. Insbesondere Chemiebranche und Metall- und Elektroindustrie zeigen sich derzeit in einer hervorragenden Verfassung, während das Transport- und Logistikgewerbe trotz allmählicher Verbesserung noch immer die rote Laterne besitzt. Einen Rückschritt wurde in den konsumnahen Bereichen des Dienstleistungssektors, aber auch im Einzelhandel, festgestellt. Dagegen stieg der Branchenindex des Baugewerbes kräftig und
verdoppelte nahezu seinen Wert. Die aktuelle Wirtschaftslage in den zehn Hauptbranchen macht aber deutlich, dass die Binnenmarktsektoren Mühe haben werden, die exportorientierte Industrie als künftigen Wachstumstreiber abzulösen.
Methodik
Der Creditreform Wirtschaftsindikator setzt sich aus den vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit zusammen. Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator zahlreiche Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Creditreform Wirtschaftsdatenbank und verknüpft diese mit empirischen Ergebnissen aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches
Wachstum an, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase.
Der vollständige Quartalsbericht kann unter "Downloads" kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Die nächste Ausgabe erscheint November 2011.
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